
01.05.2026.
09:00 Uhr.
Das erste klingeln der Glocke ertönt.
Es ist strahlender Sonnenschein und er soll die 12 unerschrockenen Menschen auch den ganzen Tag begleiten.
Es ist der Start des 1. Kulki-Backyard-Ultra.

Wie schon der Kulkiathlon ist dieser Lauf aus dem Gedanken heraus entstanden, die Community rund ums Laufen zusammenzuführen, ohne den Druck eines Wettkampfes, ohne sich beweisen zu müssen, nur mit sich und den eigenen Dämonen kämpfend auf die Strecke zu gehen und eine fantastische Zeit unter Gleichgesinnten zu verbringen.
Auch aus diesen Gründen wurde keine Anmeldung geschaltet, keine Startgebühr erhoben. Alle sollten frei von Urteilen und vorherigem Wissen an den Start gehen.
Das Wundervolle an diesem Format ist, dass man sich jede Stunde bzw. alle 6,706 Kilometer wiedersieht, und da der Kopf frei vom Stress des Wettbewerbes ist, kommt man während der Pausen ins Gespräch, klagt sein Leid, hilft sich gegenseitig, baut sich auf und nimmt sich in die Arme. Niemand kriecht in irgendein Zelt oder schotet sich ab. Alle sind offen dem anderen gegenüber und leben den Geist der Veranstaltung.












Auch die, die nicht am Start standen, trugen wesentlich zu der Veranstaltung bei, die sie geworden ist. Sie harren Stunde um Stunde unterm Pavillon aus, klatschen, jubeln, finden tröstende Worte und haben Kuchen im Gepäck. Ohne diese Menschen könnte das so nicht stattfinden. Sie sind das Rückgrat und die Stütze. Sie haben die Zeit im Blick, die Glocke fest in der Hand und ermahnen, sich wieder und wieder pünktlich zur vollen Stunde an die Startlinie zu stellen. Der Dank gilt dem Kulki-Lauftreff.






Bei zwischenzeitlich über 20 Grad und keiner Wolke am Himmel gingen die Kilometer ins Land und die Stunden summierten sich. Wobei die Strecke in diesem Fall eher zweitrangig ist. Es ist die Zeit gegen die man kämpft und die Beine die schwerer und schwerer werden. Mit jeder Pause und jeder Ruhephase ist es mühsamer, sich aus dem Stuhl zu erheben und die Sekunden zu zählen, bis die Glocke neu erklingt.






Und so war es unumgänglich, dass auch beim Kulki-Backyard-Ultra die Zahl der Teilnehmenden irgendwann abgenommen hat, bis um 22:00 Uhr der letzte Teilnehmer auf seine einzelne Runde gegangen ist und mit 14 gelaufenen die erste ist, der diese Veranstaltung beendete.


Die meisten sind an ihre Grenzen gegangen, andere hätten noch laufen können, aber das Format sieht das eben anderes. Kein Assist, kein weiterlaufen. Da waren auch wir gnadenlos, wenn man das so ausdrücken möchte. Denn wir haben uns an die offiziellen Regeln des Backyard-Ultras gehalten und werden das auch weiter tun. Was die nächste Frage oder vielleicht eure Gedanken beantwortet.
Ja, es gibt eine nächste Ausgabe. Es schwirren Ideen im Kopf. Auch diese wird kein Wettkampf werden. Wieder wird es eine Veranstaltung für die Gemeinschaft, das Zusammensein und die Begeisterung für diesen wundervollen Sport, der uns soviel gibt, vor allem Schmerzen und Blasen.
In diesem Sinne. Regeneriert gut, pflegt eure Wunden und bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: “Vergesst nicht die Lap-Taste zu drücken.”



